Ja, aber….

Haben Sie es schon gehört oder gelesen? Der Nationalrat will bei einer Überbrückungsrente für ausgesteuerte Arbeitslose über 60 „nicht knausern“, sondern mit dieser Rente den Menschen ohne Arbeit unter die Arme greifen.

Das ist doch toll, nicht war? Da gibt es ein Bundesgesetz über Überbrückungsleistungen für ältere Arbeitslose, als eine von sieben Massnahmen zur „Problembehebung“. Man wolle damit das Existenzminium decken. Denn man stellte fest, dass die Sozialhilfequote in der Altersgruppe zwischen 56 bis 64 Jahren um 47 Prozent gestiegen ist.

SP-Nationalrätin Barbara Gysi meinte „Den Betroffenen droht ein Alter in Unsicherheit statt ein Alter in Würde“. Natürlich haben ältere Arbeitslose jahrelang gearbeitet, Steuern bezahlt, ihr Know-how eingebracht. Diese Überbrückungsrente soll Perspektiven schaffen.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, liebe Leserin, lieber Leser dieses Blogs.

Aber Hand aufs Herz: sind Perspektiven mit Geld zu kaufen?

Natürlich hat man mit mehr Geld mehr Möglichkeiten für Ausflüge, Shopping, Theaterbesuche, Kultur und Gesellschaft – vielleicht. Aber wäre nicht die richtige Perspektive, eine Arbeit zu haben, in welcher man Wertschätzung erfährt, mit welcher man sich einbringen und beweisen kann? Müsste hier nicht die Wirtschaft einsteigen? Müsste man nicht der Wirtschaft Anreize geben, sich mit älteren Arbeitnehmenden auf den Weg zu machen? Müsste die Wirtschaft nicht erkennen, dass ältere Arbeitnehmende in aller Regel einen hohen Wert haben? Immerhin sind sie engagiert, sie wechseln wohl kaum mehr die Arbeitsstelle (ein Personalwechsel berechnet sich volkswirtschaftlich mit einem ganzen Jahreslohn), sie bringen Know-how mit, sie werden nicht mehr schwanger…..

Wenn ich Nationalrätin wäre, ich würde für dieses Gesetz „Ja, aber…“ stimmen. In der Hoffnung, dass weniger Geldsorgen älteren Arbeitslosen Mut gibt, sich mehr zu bewerben. Ich würde aber wirklich mal der Wirtschaft Dampf machen. Ach, wie gerne würde ich das tun!

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