Gastbeitrag von Gewerbedirektor Gabriel Barell

Wenn eine Person ein Leben lang mit Leidenschaft eine Arbeit ausgeübt hat, die nicht nur Beruf, sondern auch Berufung war, dann fällt die Pensionierung sicher nicht leicht. Ich kann das Bedürfnis, das erarbeitete Wissen weiterhin für die Gesellschaft einzubringen, gut nachvollziehen. Natürlich gibt es verschiedene Möglichkeiten ehrenamtlicher Tätigkeiten in verschiedenen Berufsgruppen. Aber dazu gehören auch Glück und das richtige Beziehungsnetz.

Mit Seniors@Work wurde eine Plattform geschaffen, zu der jeder und jede Zugang hat. Das ist grundsätzlich ein sympathischer Ansatz. Die Idee: Private, Firmen und Vereine schreiben Arbeiten aus, welche von den Seniorinnen und Senioren ausgeübt werden. Andererseits ist das auch eine Gratwanderung. So sinnvoll die Beschäftigung und die Wertschätzung für arbeitswillige «Seniors» ist, so kritisch wäre eine Konkurrenzierung des regulären Arbeitsmarkts mit Gratis- oder Billigarbeit, ohne dass gesetzliche Anforderungen, die für andere Anbieter gelten, eingehalten werden. Konkret – wenn das Angebot die Jobs von Menschen mit Kleinpensen oder von älteren Arbeitnehmenden in der «normalen» Wirtschaft gefährden würden.

Dieser Gefahr ist sich Seniors@Work offensichtlich bewusst. So betont Gründer Alexis Weil, dass nur Jobs ausgeführt werden sollen, die im normalen Arbeitsmarkt nie zustande kämen. Wir wünschen Seniors@Work, dass diese Gratwanderung möglichst gut gelingt. Ein Indikator dafür könnte sicher die Regelmässigkeit und Art der Arbeiten sein.

Wenn die Trennung zum regulären Arbeitsmarkt gelingt, dann kann Seniors@Work eine Erfolgsgeschichte werden – wir wünschen dem Startup dafür alles Gute.

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