“Zukunft hat Herkunft”
Interview mit Guy Lachappelle, ehem. CEO Basler Kantonalbank

seniors@work: Herr Lachappelle, bis 2018 waren Sie CEO der Basler Kantonalbank, und die Liste Ihrer Verwaltungsratsmandate ist beeindruckend lang, beispielsweise bei Raiffeisen oder SwissBanking. Was waren die wichtigsten Schritte in Ihrer Karriere?

Guy Lachappelle: Der Bank- und Finanzbereich ist wirklich meine Welt. Nach meinem Studium bin ich damals direkt ins Banking eingestiegen und habe mich dort weiterentwickelt. Im Laufe der Jahre habe ich in verschiedenen Funktionen – sowohl als Geschäftsleitungsmitglied als auch als CEO – eine Reihe von Bankeninstitute geführt. Bereits während meiner operativen Tätigkeit kamen diverse Verwaltungsratsmandate dazu, und auch heute bin ich noch in Verwaltungsräten und Beratungsmandaten in unterschiedlichen Branchen aktiv. Daneben betreiben meine Ehefrau und ich seit über 20 Jahren als Unternehmer zwei Seniorenpflegheime in Deutschland.

seniors@work: Sehr spannend! Das ist ein beeindruckendes Portfolio, das Sie da bewältigen. Ihnen wird also auch nach der Pensionierung definitiv nicht langweilig! Was hat Sie denn dazu bewegt, nach so einer Karriere nicht einfach die Füsse hochzulegen und den Ruhestand ganz ruhig angehen zu lassen?

Guy Lachappelle: Mir machen die Arbeit und vor allem die vielfältigen Aufgaben in unterschiedlichen Branchen einfach sehr viel Spass! Pensionierung bedeutet für mich daher, mit noch mehr Spass und Freude weiterzuarbeiten.

seniors@work: Dann hat sich durch die Pensionierung also gar nicht so viel für Sie geändert? Oder haben Sie Ihren Fokus auf andere Themen und Bereiche verlagert?

Guy Lachappelle: Ja und nein. Ich freue mich nach wie vor, meine Erfahrung in Beratungs-, Verwaltungsratsmandaten und Projekten weitergeben zu können. Besonders interessieren mich die Unterstützung von Strategieprozessen und deren Umsetzung. Aber es geht bei weitem nicht nur um den Finanzbereich. Ich habe auch viel Erfahrung im Krisenmanagement, Finanzierungs- und Führungsfragen von Dienstleistungs-, Gesundheits- und Immobilienunternehmen. Verglichen mit früher freue ich mich heute über die grössere Themenbreite in meinen Projekten. Das ist sehr motivierend!

seniors@work: Bei all Ihren Aufgaben stellt sich die Frage: Warum haben Sie sich denn bei seniors@work angemeldet? Sie sind ja auch so schon gut ausgelastet.

Guy Lachappelle: Die Geschäftsidee und die Einfachheit von seniors@work haben mich einfach überzeugt! Und die Erweiterung des eigenen Netzwerks, wie es über seniors@work möglich ist, ist eine lebenslange Aufgabe und hält mich fit.

seniors@work: Sind Sie denn eigentlich noch in Vollzeit tätig?

Guy Lachappelle: Nein, das dann doch nicht. Aber ich arbeite gerne projektorientiert, so dass immer noch genügend Zeit für andere Dinge bleibt. Dauerhafte Engagements könnte ich mir nur in Teilzeit vorstellen, mit einer klaren zeitlichen Befristung.

seniors@work: Und wie lange planen Sie noch, beruflich aktiv zu bleiben?

Guy Lachappelle: Da habe ich keinen festen Zeitplan. Ich werde auf jeden Fall so lange aktiv bleiben, wie ich Freude an der Sache habe und anderen einen Mehrwert bringe.

seniors@work: Basierend auf Ihren Erfahrungen, welchen Rat würden Sie der jüngeren Generation geben?

Guy Lachappelle: Es ist wichtig, ein langfristiges Ziel oder eine Vision zu haben. Mit den Steinen, die einem bis dahin in den Weg gelegt werden, kann man immer etwas Schönes bauen!

seniors@work: Und mit Blick auf die ältere Generation – wie können Unternehmen davon profitieren, ältere Menschen einzustellen?

Guy Lachappelle: Die konsequente Verbindung von Vision, Strategie und Geschichte ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Oder einfach ausgedrückt: “Zukunft hat Herkunft!”

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